UR-DOM-WISSEN – KUNSTWERK DES QUARTALS
Der Taufdeckel mit Darstellung der Weihe
Der Südturm des Domes ist nicht nur der markanteste Teil des Domes, er hat auch im Inneren wertvolle Ausstattungsstücke: zum Beispiel in der Katharinenkapelle das Taufbecken mit seinem aus Holz geschnitzten siebeneckigen Deckel, die beide zwischen 1476 und 1481 entstanden sind.
Ursprünglich befand sich das Taufbecken in der Nähe der Eingänge im Westen des Domes – symbolisch für den Eintritt des Täuflings in die Kirche – ab 1662 in der Eligiuskapelle. 1780 wurde das Becken in die heutige Taufkapelle versetzt, der Deckel aber diente bis 1945 als Schalldeckel für die Kanzel. Danach wurden beide Teile wieder zusammengeführt.
Die schlanke gotische Struktur des Deckels wird oben von einer Darstellung der Taufe Christi bekrönt – damit ist die Zuordnung zum Taufbecken und nicht zur Kanzel erkennbar. Den Hauptteil bilden Reliefs mit Darstellungen der sieben Sakramente, umgeben von Engeln und zahlreichen zierlichen Details, die das dargestellte Sakrament illustrieren.
Das Sakrament, das wohl am seltensten gespendet wird, ist die Weihe für ein kirchliches Amt.
Im Zentrum ist das Buch mit der Heiligen Schrift dargestellt, das auf dem Schoß des sitzenden Bischofs liegt. Davor kniet der Kandidat mit einer Kerze in der Hand, bereit, das Buch zu küssen und damit seinen Einsatz für sein neues Amt der Verkündigung und Seelsorge zu bekräftigen.
Den Hintergrund bilden Kleriker, die das Buch halten und assistieren. Während sich die meisten auf das Zentrum der Darstellung konzentrieren, schaut eine Person aus der Szene heraus, vielleicht für den nächsten Kandidaten, aber vielleicht auch als Blick in die Zukunft, auf die Herausforderungen, die ein göttliches Amt bringt.